News

21.11.2019

Auszeichnung der Gewinner. © OeAD GmbH/APA-Fotoservice/Schedl

Die feierliche Festveranstaltung des Citizen Science Award fand am 19. November 2019 im Festsaal der Universität Wien statt. Das Projekt Wilde Nachbarn der Österreichischen Vogelwarte war unter dem Motto „Flugkünstler gesucht – Schwalbe gesehen?“ als eines von sieben Projekten vertreten. Der Award wurde bereits zum fünften Mal durch das Zentrum für Citizen Science des OeAD organisiert.

Ziel des Projektes war es, das Vorkommen von Mehl- und Rauchschwalben im Bezirk Tulln zu erforschen. Citizen Scientists - sowohl teilnehmende Schulklassen als auch Einzelpersonen – fotografierten Nester der beiden Schwalbenarten und trugen ihre Beobachtungen auf der Plattform www.wildenachbarn.at ein.

Während des Citizen Science Award-Tages hatten interessierte Schulklassen die Möglichkeit im Rahmen eines Workshops mehr über die Vogelwelt in Stadt und Land zu erfahren sowie einen Blick hinter die Kulissen der verschiedenen Nisthilfen und Vogelnester zu werfen. Bei der anschließenden Verleihung des Awards wurden attraktive Sachpreise für zwei Einzelpersonen und ein Preisgeld für die gewinnende Schulklasse des BG/BRG Tulln (NÖ) vergeben. Gewonnen haben dabei die Personen bzw. die Schulklasse mit der höchsten Punkteanzahl für gemeldete Schwalbennester.

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner und vielen Dank an alle fleißigen Melderinnen und Melder! Wir freuen uns auch im kommenden Jahr über weitere Beobachtungen von Mehl- und Rauchschwalbennestern.

31.10.2019

Erdhummel (© Cornelia Hürzeler / stadtwildtiere.ch)

In einer neuen Studie, publiziert am 31. Oktober 2019 im renommierten Wissenschaftsjournal Nature, wird für den Zeitraum von 2008 bis 2017 ein erschreckender Rückgang der Insekten nachgewiesen. Besonders stark ist der Rückgang in landwirtschaftlich genutzten Gebieten, wo zwischen 2008 und 2017 die Biomasse der Insekten um 67%, die Anzahl Individuen pro Art um durchschnittlich 78% und die Anzahl der Arten um 34% abnahm. Ein drastischer Rückgang sowohl der Biomasse (41%) als auch bei der Anzahl Arten (36%), nicht aber in der Individuenzahl pro Art, war auch in Waldgebieten zu verzeichnen. 

Die Daten wurden in drei Regionen Deutschlands erhoben und von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener deutscher und schweizer Forschungseinrichtungen ausgewertet und diskutiert. Die deutlichen Resultate dürften auch auf die Verhältnisse in anderen mitteleuropäischen Gebieten übertragbar sein.

Der Rückgang der Insekten ist nicht nur für diese selber gravierend, Insekten bilden auch die Nahrungsgrundlage für viele andere Tiere und spielen eine wichtige Rolle bei der Bestäubung von Kulturpflanzen. 

Link zum Abstract der Publikation

20.09.2019

Foto: Nicolas Armer, Keystone

Neue Studien weisen nach, dass die weltweit häufig eingesetzten Insektizide der Gruppe der Neonicotinoide mit verantwortlich sind am dramatischen Rückgang der Vogelpopulationen in Landwirtschaftsgebieten.

Der TagesAnzeiger gibt einen Überblick über die kürzlich publizierten wissenschaftliche Arbeiten, eine davon über Untersuchungen an Sperlingen der Universität Neuchâtel.

07.08.2019

Aktuelle Eichhörnchenbeobachtung, © Judith Niggli / wildenachbarn.ch

Am Dienstag, 6. August, ging mit einer Meldung eines Fuchses aus der Stadt Luzern die 40’000ste Beobachtung auf den Meldeplattformen StadtWildTiere und Wilde Nachbarn ein.

Das Projekt StadtWildTiere wurde 2013 in Zürich lanciert. Im Mai 2016 startete das Projekt Wilde Nachbarn. Mittlerweile gibt es lokale Projekte in 8 Städten und 5 Regionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nebst einer deutschsprachigen Version, wird das Projekt Wilde Nachbarn Schweiz auch auf Französisch angeboten (Nos voisins sauvages).

Vielen Dank an alle fleißigen Melder/innen aus allen Projekten. Wir freuen uns bereits auf die nächsten 40’000 Meldungen!

10.07.2019


Strassenbäume und grosszügige Baumscheibe (Bild Max Ruckstuhl / Grün Stadt Zürich)

Wenn es draußen heiß ist, fliehen die Menschen aus den Städten, weil es auf dem Land oder an Gewässern kühler ist als in den zubetonierten Häuserschluchten. Deshalb investieren immer mehr Städte in die sogenannte Hitzevorsorge. Beitrag und Gespräch mit dem Landschaftsarchitekten Carlo Becker auf Schweizer Radio SRF 1.

06.05.2019


Erdhummel (© Cornelia Hürzeler / stadtwildtiere.ch)

Das Artensterben beschleunigt sich fortwährend und ist bereits 10- bis 100-mal höher als im Durchschnitt der vergangenen 10 Millionen Jahre. Insgesamt sind 0,5 bis 1 Million von rund 8 Millionen Arten gefährdet, warnt der Weltbiodiversitätsrat IPBES am Montag im ersten globalen Bericht zum Zustand der Biodiversität und der Ökosystemleistungen. 

Der Weltbiodiversitätsrat ist ein Gremium der Uno mit Sitz in Bonn. Im Mai 2019 gehören ihm 132 Staaten an. Mit eindringlichen Worten und detaillierten Fakten weist der Rat auf die prekäre Situation der Biodiversität weltweit hin. 

IPBES-Bericht, 6. Mai 2019 (in Englisch und Französisch)

In der Schweiz versuchen die Umweltverbände mit zwei Eidgenössischen Volksinitiativen die Politik zu einem schnelleren und effektiveren Handeln für den Schutz und die Förderung der Biodiversität zu bewegen.

Biodiversitäts-Initiative Schweiz

Landschafts-Initiative Schweiz

01.04.2019

Schon zum fünften Mal organisiert das Zentrum für Citizen Science des OeAD den Citizen Science Award, bei dem Bürgerinnen und Bürger bei ausgewählten wissenschaftlichen Projekten mitforschen und Preise gewinnen können. Das Projekt Wilde Nachbarn ist im Jahr 2019 unter dem Motto "Flugkünstler gesucht - Schwalbe gesehen?" mit dabei.

Wir suchen gemeinsam mit der Bevölkerung Schwalbennester im Bezirk Tulln!

Jedes Jahr kehren Mehl- und Rauchschwalben wieder aus ihren Überwinterungsgebieten aus Afrika nach Mitteleuropa zurück und verbringen hier den Sommer. In dieser Zeit ziehen sie in kunstvoll gebauten Nestern an Haus-, Hof- und Stallwänden ihre Jungtiere auf. In den vergangenen Jahren machen zurückgehende Insektenpopulationen und immer mehr versiegelte Flächen den Schwalben das Leben schwer, denn sie benötigen rund ein Kilogramm Insekten pro Brut und offene „Lehmlacken“ um Material für den Nestbau zu sammeln.

Ziel der Erhebung ist, sich erstmals einen möglichst umfassenden Überblick über das Vorkommen der beiden Schwalbenarten im Bezirk Tulln, der mit seinen Weingärten und den Donauauen die Basis für einen guten Schwalbenlebensraum bietet zu verschaffen.

Haben auch Sie Schwalbennester zu Hause, oder kennen Sie Schwalbennester bei Verwandten, Freunden oder Bekannten? Forschen Sie mit! Nähere Informationen zu den Teilnahmebedingungen finden Sie hier.

13.12.2018

Ende Mai 2015 startete das Projekt StadtWildTiere in Wien mit dem Aufruf Fuchsbeobachtungen zu melden. Viele Menschen beteiligten sich und schon bald wurde klar: Füchse gibt es in Wien fast überall. Wir bedanken uns bei allen Melderinnen und Meldern, die uns so tatkräftig unterstützt haben - ohne Sie wäre dieses Projekt nicht möglich!

Über 1100 Fuchsbeobachtungen aus der Wiener Bevölkerung analysierte ein Forschungsteam rund um die Wildtierökologin Theresa Walter im Rahmen des Citizen Science Projektes StadtWildTiere (www.stadtwildtiere.at). Gemeinsam konnten darin Forscher der Vetmeduni Wien und der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) zeigen, dass Füchse bestimmte Grätzel und Umgebungen bevorzugen. Es stellte sich auch heraus, dass die Meldung von Fuchsbeobachtungen mit dem Ausbildungsgrad der Bevölkerung zusammenhing. Diese Studie wurde nun im Journal "BMC Ecology" veröffentlicht.

Städte bestehen für Wildtiere aus einem Mosaik von Landnutzungsklassen wie etwa Parks , Gärten und Straßen, die sich oftmals hinsichtlich ihres Anteils an Grünflächen aber auch hinsichtlich ihrer Nutzung durch Menschen stark unterscheiden. Die Analyse der Beobachtungen zeigte: in Gärten, Gebieten mit geringer Bebauungsdichte, Parks oder auf Plätzen waren die Wahrscheinlichkeiten für die Begegnung mit Füchsen wesentlich höher als in landwirtschaftlichen Gebieten, Industriegebieten oder Wäldern.

Da für Beobachtungen immer das Aufeinandertreffen von Wildtier und Mensch notwendig ist, wollten die Forschenden auch die menschliche Seite der Beobachtungen unter die Lupe nehmen. Im Rahmen der Analyse von soziodemographische Kennzahlen der Wiener Bevölkerung zeigte sich, dass unter anderem der Ausbildungsgrad der Bevölkerung einen Einfluss auf die Meldung von Fuchsbeobachtungen hatte. Umso mehr Menschen mit höherer Ausbildung in einem Bezirk lebten, umso mehr Fuchsbeobachtungen wurden gemeldet. Dieses Ergebnis ist für viele Citizen Science Projekte relevant, vor allem wenn Forschende verstehen wollen, wie Beobachtungsdaten entstehen und welchen räumlichen Einfluss soziodemographische Faktoren auf die Verteilung der analysierten Meldungen haben.

Die Originalpublikation kann hier nachgelesen werden: https://bmcecol.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12898-018-0207-7

 

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